Die markierungswürdigen Bauphasen von Schloß Hoheneck

im Nordflügel und Innenhof

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Phase 1   (Stalburch)

Die blau markierten Bereiche sind die von uns im Boden angetroffenen Überreste der Burg. Wir haben ein paar wenige Scherben in der Baugrube des Bergfriedfundamentes gefunden, die in das 13./14. Jahrhundert datieren. Das passt gut zur urkundlichen Ersterwähnung im 13. Jahrhundert.

Nordöstlich der Bergfriedreste sind weitere Bereiche blau markiert (innerhalb des Ostteiles vom Nordflügel und in den Innenhof ziehend). Es handelt sich um etwa zwei Meter dicke, bogenförmige Mauerfundamente mit ebenfalls etwa zwei Meter dicken vorgelagerten Stützpfeilern. Hierbei handelt es sich sicherlich um die ehemalige Ringmauer der Burg.

Bei den bis zu einem Meter dicken Fundamentresten an der Innenseite der Ringmauer handelt es sich möglicherweise um die Reste einer ehemaligen Raundhausbebauung, wie sie im Hochmittelalter häufig auf Burgen angetroffen wurde. Dabei wurde die Befestigungsmauer platz- und materialsparend als eine Wand für an der Innenseite angelehnte Hausbauten genutzt. Die blau markierten Fundamentreste im Westteil des Nordflügels sind wahrscheinlich Zeugen weiterer ehemaliger Burggebäude.

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Phase 2   (Jagdschloss)

Im Jahr 1564 kaufte Kurfürst August (1553–1586) die Herrschaft Stollberg und baute die Burg zum Jagdschloss und Verwaltungssitz des kurfürstlichen Amtes um. Davon zeugt der heute noch sichtbare Wappenstein mit der Jahreszahl 1564 an der Nordostseite des Verwaltungsgebäudes, der dort mit der Jahreszahl 1887 neu eingemauert worden zu sein scheint.

Aus dieser Zeit stammt der im Grabungsplan grün markierte Kern des Westteiles vom Nordflügel. In einer Raumecke ist er durch Scherben datiert, jedoch verzahnen die markierten Mauern mit einem Fundamentvorsprung, sodass klar ist, dass all diese Mauern gleichzeitig errichtet wurden. Vermutlich stammen auch die grün gestrichelt markierten Gewölbereste aus jener Zeit. Das Gewölbte ist heute noch im Keller begehbar.

Diese Bauphase kann man möglicherweise mit an den Außenkanten des Bodens verlaufenden und auch die Zwischenmauern markierenden Hervorhebungen darstellen.

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Phase 3   (Rent- und Justizamt)

Die Gestalt des Rent- und Justizamtes ist uns nur aus zwei Planzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert bekannt. Sie sind im Grabungsplan orange markiert und beschreiben einen gerundeten Dreiseitenhof mit dem nach Westen erweiterten Nordflügel, daran anschließend ein im Bogen verlaufender und scheinbar auf die Ringmauer bezugnehmender weiterer Flügel und südlich anschließend zwei weiteren Gebäuden.

Laut schriftlichen Quellen wurde das Rent- und Justizamt von 1816 bis 1856 auf dem Gelände des Schlosses Hoheneck untergebracht, was scheinbar mit größeren Um- und Neubaumaßnahmen einherging. Typisch für diese Bauphase ist die Verwendung eines stark rötlichen Mörtels. Dieser fand unter anderem Verwendung beim Bau der orange markierten Zwischenmauer im Nordteil des Nordflügels mit zwei Ausbuchtungen, die wahrscheinlich einen Ofen einrahmten.

Auch die Ausbesserungen des Gewölbes und möglicherweise dessen Umbau oder Verlängerung (im Grabungsplan orange gestrichelt markiert) wurden in rotem Mörtel vollzogen.

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Phase 4   (Gefängnis)

Aus einem Grundrissplan aus der Zeit der Planung des Gefängnisumbaus um 1862 geht hervor, dass der Westflügel in der Zeit nach dem Bau des Rent- und Justizamtes und vor dem Umbau zum Gefängnis errichtet wurde. Alle weiteren heute noch sichtbaren Gebäude stammen aus der Zeit des Gefängnisbaus ab 1862 und den darauffolgenden Bau- und Umbauphasen.
Die grau markierten Fundamentreste sind schwer einzuordnen oder stammen aus weniger interessanten Umbauphasen.

Interaktive Fundkarte

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