Aktuelle Neuigkeiten über Hoheneck

Neues von der ABORA IV

Der Startschuss ist nun endlich gefallen. Am 19.07.2018 erhielten wir Nachricht des ABORA-Teams um Dr. Dominique Görlitz aus Bolivien.

Nach einer schwierigen Reise zum Titicacasee (Südamerika), fanden nun die wichtigen Verhandlungen und Vereinbarungen mit den bolivianischen Aymara-Indianern der Limachi-Familie statt. Sie hatten bereits für Thor Heyerdahl die „RA II“ und „TIGRIS“, sowie für die ABORA-Projekte die „ABORA II“ und „ABORA III“ gebaut.

Mit der großen Unterstützung des bolivianischen Förderers und Reisefachmannes CRILLON TOUREN / La Paz kann nun schließlich das neue ABORA-Projekt über Altiplano (Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien) nach einer Unterbrechung von 11 Jahren fortgesetzt werden. Die neue Expedition soll die alte „Seidenstraße des Norden“ – also jenem Handelsweg, der von Innerasien über das Kaspische und Schwarze Meer bis nach Istanbul führte, nachsegeln. Wir wollen damit dokumentieren, dass diese Route bereits in der Jungsteinzeit genutzt wurde. Antike Überlieferungen, wie von Herodot oder Strabon, berichten von uralten Handelsfahrten der Ägypter, welche tief ins Schwarze Meer gesegelt sein sollen.

Natürlich lassen sich solche Überlieferungen schwer nachweisen. Dennoch gibt es Hinweise auf solche Aktivitäten, die am Beispiel des Bernstein- und Zinnhandels zeigen, dass jene Handelswege schon vor 6.000 oder sogar 8.000 Jahren befahren worden sind. Viele Archäologen zweifeln solche frühen Aktivitäten an. Aus diesem Grund soll die neue ABORA IV demonstrieren, dass die ägyptische Papyrusboote tauglich waren, diesen Seeweg erfolgreich zu besegeln.

Die ABORA IV soll von Sotschi aus das Schwarze Meer nonstop gegen die vom Norden kommenden Winde überqueren. Der Kaukasus verstellt wie ein Bollwerk das östliche Schwarze Meer, so dass die ersten 500 Kilometer die schwierigsten der ganzen Expedition sein werden. Danach geht es über Varna und Istanbul weiter in Richtung Dardanellen und Troja. Auch dieser Seeweg ist alles andere als einfach, weshalb viele Wissenschaftler glauben, dass ein jungsteinzeitliches oder auch ägyptisches Segelfahrzeug diese Passagen nicht hätte meistern können.

Doch vor der spannenden Seereise der ABORA IV liegt erst einmal ihr Bau. Dieser beginnt in den nächsten Tagen am Titikakasee mit der Fertigung der Schilfbündel, der Matten und der hölzernen Aufbauten. Diese Materialien sollen voraussichtig bis Ende des Jahres nach Sotschi/Russland transportiert werden. Für die Realisierung dieser Aufgaben müssen wir noch weitere Sponsoren einwerben, die helfen alle gesteckten Ziele zu realisieren.

Die Schilfernte ist bereits abgeschlossen. Für den Bau der Takelage besorgen wir gerade das Holz. Wir rechnen damit, dass die tonnenschweren Schilfbündel und hölzernen Teile bis Mitte August am Ufer des Titikakasees fertiggestellt sind. Die Wetterbedingungen sind endlich günstig, denn ein schweres Hochwasser hatte den Beginn der Arbeiten um mehr als zwei Monate verschoben.

Mehr Infos unter: www.abora.eu

Wer dieses Projekt gern unterstützen möchte, kann sich an uns oder direkt an das ABORA-Team wenden. Die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Homepage unter Kulturstätten „Abora Science Center“.

Wir danken für Ihr Interesse und werden Sie natürlich mit den aktuellsten Beiträgen auf dem Laufenden halten.

Eröffnung einer Sonderausstellung über das ABORA-Projekt im Schloss Hoheneck am 29. Mai 2018 um 11.00 Uhr

Am Dienstag den 29. Mai 2018 um 11.00 Uhr eröffnen der Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Stollberg Marcel Schmidt und der Leiter des ABORA-Projekts Dr. Dominique Görlitz eine Sonderausstellung, um über die künftige Dauerausstellung im Südflügel des Schlosses Hoheneck zu informieren.

In den nächsten zwei Jahren wird dort auf mehr als 700 m² eine ständige fachübergreifende und interaktive Ausstellung entstehen, die in Fortsetzung der bisherigen Ausstellungstätigkeit um Dr. Dominique Görlitz Themen, wie z.B. die ABORA-Expeditionen, globale kulturelle Diffusion in der Ur- und Frühgeschichte, Kartographiegeschichte und auch einen möglichen Uralt-Bergbau im Erzgebirge, präsentieren wird. Noch vor einem Jahr war dies reine Vision. Diese entwickelt sich jedoch mehr und mehr zur Realität, da es gelang, weitere Partner aus Forschung und Wirtschaft für das Projekt ins Boot zu holen.

Aufgeteilt in sechs Bereiche verrät die interaktive Ausstellung Neues über die Geschichte der Entstehung der Zivilisationen des Altertums, rekonstruiert antike Technologien, Bauwerke und den prähistorischen Handel über das Meer. Des Weiteren wird diese einzigartige Wissensschau filmisch tiefgehende Einblicke in verschiedene Bereiche des ABORA-Projekts liefern. Der Nachbau eines ABORA-Forschungsschiffes, der Königskammer und des 13 Meter ‚aufsteigenden Ganges‘ aus der Cheops-Pyramide werden beeindruckende Highlights der geplanten Schau sein.

Die Idee zu dieser wirklich außergewöhnlichen Ausstellung besteht schon lange: Sie ist ein wichtiges Anliegen der Experimentellen Archäologie, um das durch sie erworbene Wissen der Öffentlichkeit ‚hautnah‘ präsentieren zu können. Außerdem soll das didaktische Konzept „Für Kopf, Hand und Herz“ vor allem junge Menschen für diese Verbindung von kulturgeschichtlicher Forschung und Naturwissenschaften begeistern. Die kleine Sonderausstellung, die ab dem 29. Mai 2018 im Rahmen der Phänomenia im 1. OG des Nordflügels von Schloss Hoheneck besichtigt werden kann, wird diesbezüglich einen ersten Eindruck vermitteln. Sie geht auf mehrere Themen des künftigen Ausstellungskonzeptes ein und wird auch ein großes Schilfboot-Modell der geplanten ABORA IV Mission zeigen.

Mehr Infos unter: www.abora.eu